Kirche Windisch-Minihof

Kirche Windisch-Minihof

Im Zuge der Kirchenrenovierung wurden hinter dem Altar der Kirche zwei Bretter mit einer Aufschrift gefunden, die die Entwicklung der Kirche dokumentieren.

Auszug aus dem Protokoll der Kanonischen Visitation 1757 (Original im Diözesanarchiv Szombathely, Bischofspalast):

„Columnae murateae due in Velika et Minichoffn." Zwei gemauerte Säulen/Bildstöcke (im Volksmund „Kreuz") gibt es in Welten und in Minihof.

„Campanile autem habetur in Velika non Pridem ea tamen cum conditione erectum ut Pro Conservatione Campanorum in Matre semper a modo idem Velikaienses conservare teneantur. In Minichoffn etiam est Campana ea Coditione ad Campanile appendi permissa."

Ein Glockenturm aber ist vor nicht langer Zeit in Velike errichtet worden zur Anbringung der Glocken. Dieselben Weltener sind angehalten worden, ihn aufrecht zu erhalten.

In Minihof ist unter denselben Bedingungen eine Glocke für den Glockenturm erwogen worden.

(Auf einem Hügel über dem Dorf frei stehende hölzerne Glockengestelle [im Volksmund „Glockenstuhl"]. Die daran angebrachte Glocke diente nicht nur religiösen Zwecken, sondern machte die Ortsbewohner auch auf die Bedrohungen verschiedenster Art aufmerksam.)

Auszug aus dem Protokoll der Kanonischen Visitation 1829 (Original im Diözesanarchiv Szom-bathely, Bischofspalast):

„In possessione Minihof cum gratiosa facultate S.V. consistorii d. d. 23. August 1824 exstructa est. Exigua ecclesia cum turri ex solidis materialibus scandulis tecta, a Domino Eisner Stefano, parocho estum Rába-Szentmártoniensis in honorem S. Joanni B. benedicta portatili super aram prosprio calixe, cum patena, una casula, casulata, alba cum ad appertinentiis, item una campana in turri provisa."

In der Besitzung Minihof wurde aus großzügigen Mitteln der Kirchengemeinde eine Kirche errichtet und am 23. August 1824 von Herrn Eisner Stefan, Pfarrer von Rábaszentmárton, zu Ehren des heiligen Johannes des Täufers gesegnet. Eine kleine Kirche mit Turm aus solidem Material; sie besitzt einen schönen Altar, einen eigenen Kelch mit Patene, ein Messkleid, Rochett, eine Alba und Zugehöriges; eine Glocke im Turm ist vorgesehen.

Ab diesem erwähnten Jahr bis 1957 sind keine weiteren Aufzeichnungen über die Kirche in Windisch-Minihof vorhanden.

In der Pfarrchronik von St. Martin an der Raab wurde protokolliert, dass eine gebürtige Minihoferin, Frau Dielemann, die in Amerika lebte, für die Renovierung der Kapelle einen größeren Geldbetrag zur Verfügung stellen würde. Im Frühjahr 1957 teilte Herr Pfarrer Forsthoffer den Einwohnern von Windisch-Minihof den Inhalt des Schreibens der Landsmännin mit. Die Gläubigen von Minihof waren sofort für einen Neubau der Kirche. Die Bauarbeiten wurden dem Mauermeister Maier aus Jennersdorf übertragen.

Die alte Kapelle wurde bis auf den Kirchturm abgerissen. Innerhalb kürzester Zeit errichteten die Bewohner der Gemeinde den Rohbau der nun vergrößerten Kirche. Nach Abschluss der Arbeiten wurde der Termin für die Weihe der neuerbauten Kirche festgelegt, es war dies der 15. September 1957. Die ganze Woche vorher regnete es. Es schien so als müßte die Weihe auf einen anderen Tag verschoben werden. Gerade an diesem Tag herrschte auffallend schönes und heiteres Wetter. Man könnte ruhig annehmen, als hätte der Herrgott damit die Minihofer für ihre Opferbereitschaft belohnt.