Archäologische Funde

1963 wurden von Herrn Helmut Zauner in Minihof–Liebau beim Abbruch einer alten Mauer im Haus Nr. 22 ein Steinbeil gefunden. Es war in einem Ziegel mitgebrannt. Das Beil – ein sogenannter Querbeil – stammt aus der Jüngeren Steinzeit (Neolithikum, ca. 4000 v. Chr.) und diente der Bodenbearbeitung (Hackgerät). Seine Höhe beträgt 7,1 cm, die Breite 6,1 cm, die Dicke ist 2,5 cm, Durchmesser der Bohrung 1,8 cm. Es ist aus einem Quarzitgeröll geschliffen und exakt gebohrt.

Durch den späteren Brand mit dem Mauerziegel hat der Stein eine ziegelrote Farbe angenommen. Da die eigentliche Fundstelle des Steinbeils wohl die Ziegelgrube, aus der der Lehm gewonnen wurde, ist, kann man das Stück nicht als Beweis für eine steinzeitliche Besiedlung von Minihof-Liebau heranziehen. Doch dürfte der Ziegel nicht allzuweit entfernt geschlagen und gebrannt worden sein. Das Steinbeil aus Minihof-Liebau befindet sich im Burgenländischen Landesmuseum in Eisenstadt, Inv.-Nr. 25.325.

Am 19. Juli 1937 war der in Windisch-Minihof Nr. 119 wohnhafte 65 jährige landwirschaftliche Hilfsarbeiter Franz Jud am Holzmannriegel in Windisch – Minihof auf einem Pachtacker der Franziska Holzmann mit dem Anhäufeln von Bohnen beschäftigt. Dabei stieß er mit der Haue auf das Bodenstück eines Tontopfes mit 60 Silbermünzen. Da der Fund ordnungsgemäß gemeldet wurde, konnte das Land Burgenland die Münzen und Keramikbruchstücke erwerben und den Finder gut entschädigen. Der kleine Münzschatz aus Windisch-Minihof ist im Landesmuseum, Inv.-Nr. 18.114, ausgestellt.

Bei den Silbermünzen handelt es sich um ein Sechs-Kreuzer-Stück und 59 Groschen aus der Zeit zwischen 1626 und 1703. Am häufigsten vertreten sind Groschen von Leopold I. aus der Münzstätte Graz. Weitere Prägungen stammen aus Breslau, Wien, Hall, Prag, Oppeln, Kremnitz, Preßburg, Troppau, Salzburg und Olmütz. Das jüngste Stück ist ein Grazer Groschen aus dem Jahre 1703. In diesem Jahr oder knapp danach muss der kleine Schatz versteckt worden sein. Als Grund für die Verbergung kommen nur die damals auch das südliche Burgenland betreffenden Kuruzzenkriege in Betracht. Ein weiterer Münzschatz wurde schon um 1884 oder 1885 in Tauka entdeckt. Die Münzen unbekannter Prägung wurden von einem Hausierer um geringes Geld gekauft und sind seit damals verschollen.